Political Correctness Teil II

9. Juni 2014

Es ist sehr schön ein Büro mit vielen jungen Menschen zu teilen, die gut und gern Englisch sprechen. Als Programmierer, Entwickler und international aufgestelltes Start-up sind sie viel in den sozialen Medien, Foren und Webinars unterwegs. Letzte Woche stolperte einer meiner Bürofreunde über eine Debatte in Twitter und Co. Es ging wieder um Political Correctness der Sorte, die mich so verblüfft und verärgert, dass nur eins hilft: sich einen kräftigen Aperol Spritz zu mischen, damit man es schnell wieder vergisst! Den Rest des Beitrags lesen »

Denglisch par excellence

18. Mai 2014

The natives are getting restless – die Eingeborenen werden unruhig. Bitte das Wort „Eingeborenen“ gegen „meine Blogleser und -leserinnen austauschen! Die letzten drei Monate waren sehr aufregend. Schafft Hannover 96 den Klassenerhalt? Nach einigen miserablen Ergebnissen hat sich das Team gegen Ende der Saison wieder berappelt und mit einem respektablen 10. Platz abgeschlossen. Auch aufregend waren die vielen unterschiedlichen Projekte. Gelegentlich hat das Denglisch wieder seine hässliche Fratze gezeigt. Es erreichte mich im März ein Hilferuf. Den Rest des Beitrags lesen »

Kaffee zum Mitnehmen

19. März 2014

Dankeschön an Roland, der mir folgendes Bild geschickt hat, damit wir nun alle endlich(!) wissen, was „Coffee to go“ bedeutet:

Coffee_to_go

Political correctness Teil 1

6. März 2014

Sprachen entwickeln sich dynamisch. Als Frau d’un certain age blicke ich auf die sechziger und siebziger Jahre zurück und zucke bei der Erinnerung an so manche Ausdrücke zusammen. Meine Tante war gehbehindert und mein Opa, der sie sehr liebevoll gepflegt hat, sprach in der Tat völlig wertneutral von ihr als „cripple“. Auch wir Kinder haben gesagt „My aunt’s a cripple“. Heutzutage würde man in Großbritannien sagen „My aunt’s disabled„. Amerikanische Freunde sagen mir aber, dass in ihrem Land auch dieser Ausdruck verpönt ist und man generell von Leuten „with special needs“ redet. Da ich schon lange nicht mehr in meinem Land lebe, ist es schwer mit sprachlichen Entwicklungen Schritt zu halten. Wie ich im Dezember in London erfuhr. Den Rest des Beitrags lesen »

Be more

20. Februar 2014

Neulich stand ich gut gelaunt und etwas beschwipst (a little tipsy) am Hauptbahnhof in Hannover. Ich dachte nichts könnte die gute Stimmung trüben. In den Straßenbahnen und in einigen Stationen haben wir das sogenannte Fahrgastfernsehen, das uns mit Neuigkeiten aus Hannover und der Welt füttert. Es überbrückt ganz nett die Zeit, bis die nächste Bahn kommt. Samstags lese ich gerne dort die Fußballergebnisse. Ich schweife aber vom Thema ab (I’m digressing again). Plötzlich sagte mein Mann „Dreh dich nicht um, du brichst zusammen!“. Prompt drehte ich mich um – und brach zusammen… Den Rest des Beitrags lesen »

Erfahrungsaustausch und Kontaktpflege

20. Januar 2014

Ich übersetze viele Messeberichte und Einladungen zu Veranstaltungen. Es wird immer die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch oder zur Kontaktpflege gepriesen (ha ha – wieder diese von deutschen Muttersprachlern so geliebten Substantiven!). Aber welche Botschaft steckt wirklich dahinter? Und vor allen Dingen wie würde man auf Englisch ausdrücken, dass die große Galaveranstaltung mit lukullischem Büffet eine hervorragende Möglichkeit zur Kontaktpflege ist? Den Rest des Beitrags lesen »

Until oder by?

9. Januar 2014

Das Spannende an Sprachen sind die Unterschiede. Im Spanischen zum Beispiel muss man, je nach Kontext, das Verb sein unterschiedlich ausdrücken. Im Russischen gehört zu jedem Verb ein zweites dazu, das die Feinheiten der Zeiten ausmacht. Die Franzosen haben zwei Wörter für Metzger. Und für die kleine Präposition bis gibt es in der englischen Sprache zwei Optionen, until/till und by, die keine austauschbaren Synonyme sind. Sie verursachen bei vielen Leuten, die recht fließend Englisch können, häufig Kopfschmerzen… Den Rest des Beitrags lesen »

Jammern auf hohem Niveau

16. Dezember 2013

In der letzten Zeit hatten wir mit Verspätungen Pech. Viel Pech. Mein Mann war auf Dienstreise in Mexiko und sollte an einem Sonntag Abend wiederkommen. Weil die eingesetzte Maschine vorher vom Blitz getroffen wurde, musste sie verständlicherweise gründlich untersucht werden. Das hat letztendlich zu einer Verspätung von fünf Stunden und damit zu einer Extraübernachtung in Amsterdam geführt, weil der letzte Anschlussflug nicht mehr erreicht werden konnte. Oder letzten Montag waren wir in Berlin und wollten am Nachmittag zurückfahren. Aber der Orkan Christian fegte über Deutschland und die Zugstrecke Berlin-Hannover war stundenlang gesperrt. So mussten wir eine weitere Nacht bei Freunden in Berlin bleiben. Schließlich ist das aber Jammern auf hohem Niveau, denn bei vielen Menschen lassen die Gesundheit oder das Geldbeutel (oder beides) nicht zu, dass sie verreisen können. „Jammern auf hohem Niveau“ – da fing ich an, mich zu fragen, wie man DAS auf Englisch sagt? Den Rest des Beitrags lesen »

Die Politik

23. September 2013

Nun hat Deutschland gewählt. Ich habe auch gewählt. Das erste Mal in meinem Leben wohl gemerkt. Ich bin keine klassische Erstwählerin, sondern eine Frau d’un certain age, die sehr lange in diesem Land wohnt und erst kurz nach den letzten Bundestagswahlen die deutsche Staatsangehörigkeit bekam. Nun muss sich Angie überlegen, mit wem sie regieren möchte. In den letzten Tagen fiel mir auf, wie schwierig es ist, das Wort Politik auf Englisch auszudrücken. Den Rest des Beitrags lesen »

Die Qual der Wahl

12. September 2013

Dieses Jahr darf ich aus verschiedenen Gründen zum allerersten Mal in meinem Leben bei einer Bundestagswahl persönlich meine Stimme abgeben. Das ist insofern erstaunlich, weil ich eine Frau d’un certain age bin und schon einige Jahre in diesem Land lebe. Egal. Nun darf ich endlich wählen. Beim Brötchen holen kauften wir uns diese Woche „Die Welt am Sonntag“. Perfekt: es gab einen Artikel zu den Wahlprogrammen, der ein echter Lesespaß war – besonders als es um die vielen Anglizismen ging.

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