Warum Muttersprachler so wichtig sind

Ein Dank an James, der mir gerade einen Link zu Spiegel Online über typische Patzer in der englischen Sprache geschickt hat. Dieser Beitrag enthält leider aber selbst Patzer. Hast du Feuer? heißt auf Englisch „Have you got a light?“. Und nicht „Have you got light?“. Und wünscht man jemandem einen schönen Tag, kann man neben „You too“ sehr wohl „Same to you too“ sagen. Wobei wir beim Thema sind: immer einen Muttersprachler Korrektur lesen lassen oder fragen, wie das folgende Beispiel und der Online-Beitrag zeigen.Mit Christoph aus meiner Bürogemeinschaft habe ich mich diese Woche unterhalten. Er wollte neulich einen Code of Conduct (Verhaltenskodex) ins Deutsche übersetzen. Die englische Version enthielt das für uns Engländer recht harmlose Wort „Race“. Er erklärte mir wiederum, dass Rasse auf Deutsch ein verpöntes Wort sei. Und da haben wir es wieder: ich bin schon einige Jahre in meiner Wahlheimat Deutschland, spreche Deutsch jeden Tag und wusste das nicht. So kann man leicht ins Fettnäpfchen treten oder auf Englisch „You can so easily put your foot in it“! Aber nun zum Link:

http://www.spiegel.de/karriere/ausland/wenn-deutsche-englisch-sprechen-10-typische-denglisch-patzer-a-1001528.html

 

8 Antworten to “Warum Muttersprachler so wichtig sind”

  1. Oliver Günther Says:

    Liebe S.,

    immer wieder gerne lese ich Deinen blog/ Deine Kolumne.

    Ich versemmel es ja nun auch gerne (und eher unfreiwillig) wenn ich versuche Englisch zu sprechen. Aber trotzdem – Briten und andere Englischsprechende sind ja sehr tolerant im Umgang von Ausländern mit ihrer Muttersprache. Und, ich werde meistens auch verstanden. Beispiel:
    Wir hatten den Inspekteur der südafrikanischen Marine zu Besuch an Bord. Ich war verdonnert ihm die Technik zu erklären. Stand ich also da – wie erklärt man „Abgasführungskanal“. Wenn man als Oberleutnant einem Admiral gegenübersteht (und einem sehr, sehr hohen deutschen Admiral im Hintergrund dazu) kommt man ganz schön ins Schwimmen und kann eigentlich nur verlieren. Ich kann kein Afrikaans, er konnte kein Deutsch. „exhaust-pipe“ wäre vielleicht richtig gewesen, zumindest im Ansatz. Mein „chimney“ wurde (mit einem Lächeln) aber auch verstanden. Geht doch!

    Lieben Gruß
    Oliver

    • Sally Massmann Says:

      Lieber O,

      ich hätte deinen „Chimney“ auch verstanden. Das war ja echt eine Herausforderung, den Inspekteur die Technik zu erklären! Ein Ziel meines Blogs ist vielleicht die eine oder andere geschäftliche Situation zu retten. Zu oft bin ich Zeugin in Cafés und Restaurants von Aufträgen, die den Leuten durch die Lappen gehen, weil sie auf Englisch (meistens ungewollt) viel zu abrupt und schlicht unhöflich auftreten. Nicht jeder ist für fremdsprachliche Patzer so sensibilisiert und nimmt es den Leuten übel! Aber „chimney“ ist einfach süß und so jahreszeitgerecht. Demnächst kommt doch der Weihnachtsmann durch den Chimney!

  2. Tony Mellor-Stapelberg Says:

    Ich weiß leider nicht, ob man sich den „Abgasführungskanal“ eines Schiffes senkrecht oder waagerecht vorstellen sollte: ein „chimney“ ist nämlich immer waagerecht, während „exhaust pipe“ eher die waagerechte Vorrichtung eines Autos suggeriert (obwohl heutige Nutzfahrzeuge – Laster und Doppeldeckerbusse – oft ein senkrechtes „exhaust pipe“ haben. „Flue“ ist ein nützliches Wort für eine Abgasführung und könnte entweder/oder sein; „Rauchgas“ heißt auch „flue gas“. Auch nicht zu vergessen ist „stack“, das in diesem Sinne wohl ursprünglich eine Abkürzung für „smokestack“ war, ein Wort übrigens, das besonders bei Schiffen verwendet wurde (vgl. das Gedicht „cargoes“ von John Masefield: „Dirty British coaster with a salt-caked smokestack / Butting through the Channel in the mad March days…“), auch wenn man heutzutage, wie auch bei Dampflokomotiven, „funnel“ sagt, was natürlich eigentlich „Trichter“ bedeutet, also auf die Form eher als auf die Funktion hinweist…
    Das alles nebenbei, eigentlich wollte ich darauf hinweisen, dass das Video neben den beiden Patzern, die Du erwähnst, Sally, auch noch einen weiteren enthält: als der Sprecher meint, dass „branch“ nicht „Branche“ sondern „Ast“ oder „Bank“ bedeutet. Bank?! Er dachte natürlich an „bank branch“, Bankfiliale, Bankniederlassung, aber nicht nur Banken haben „branches“!
    Und heißt eine SMS auf Englisch wirklich „text“? Ich dachte „text message“. Aber in diesem Beriech komme ich einfach nicht mit…
    Und während wir bei Denglish sind: wir wissen natürlich alle, dass eine Frau, die Schneebrett fährt, eine „Snowboarderin“ ist, auch wenn eine Frau, die einen Mastergrad erworben hat, aus mir unerklärlichen Gründen keine „Masterin“ sonder auch schlicht ein „Master“ ist; aber wie heißt eine Frau, die Lieder schreibt und sie selber singt? Ich habe es eben im Radio gehört: Sie ist eine „Singer-Songwriterin“. Oder Moment: könnte das eventuell eine Person sein, die als Frau Lieder schrieb, dann aber ihre Geschlecht änderte und als Mann die Lieder singt? Man kann ja nie wissen…

  3. Tony Mellor-Stapelberg Says:

    „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“
    Grundgesetz, Artikel 3 (3)

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