Quereinsteiger

Letzte Woche hat Victoria Beckham ihren ersten Modeladen in London eröffnet. Diese Frau und ihr Mann sind typische Quereinsteiger. Die Karrieren als Sängerin bzw. Fußballspieler sind vorbei und sie erfinden sich neu – (oder wie wir Briten sagen: They’re reinventing themselves). Großbritannien ist eine Nation der Quereinsteiger – immer noch. Dort studiert man Philosophie und Geografie und arbeitet nachher in einer Bank. Vieles spricht in der Tat dafür. Aber ich schweife vom Thema ab: wie sagt man Quereinsteiger auf Englisch? Guckt man in die meisten Online-Wörterbücher, findet man „lateral entrant“. Super – Problem gelöst. Dann sage ich also „I’m a lateral entrant“! Sicher gibt‘s auf den Webseiten einiger Unis das Wort „lateral entrant“. Ansonsten wird diesem Begriff wahrscheinlich eher mit Achsel Zucken begegnet und nicht verstanden. Hier ist Kreativität gefragt.

Vielfach findet man als Vorschlag: „I was a newcomer“, aber das heißt nur „Berufsanfänger“ und das trifft es nicht.

„Als Koch bin ein Quereinsteiger“ – könnte man im Englischen übersetzen mit: „I’m a chef, but I’m not trained/have no official qualifications“. Man merke übrigens: Chef auf Englisch ist nicht der Vorgesetzte sondern ein Koch.

Eine andere etwas langatmige Lösung wäre „Ich bin Quereinsteiger – ursprünglich habe ich etwas ganz anderes gelernt“ – „I had a change of career/I switched careers/I entered a field different to my educational background/training“.

Deutschland ist leider keine Nation der Quereinsteiger. Hier braucht man für alles eine Ausbildung oder einen Schein – sogar wenn ich mit Patrick aus meiner Bürogemeinschaft angeln gehen will!

2 Antworten to “Quereinsteiger”

  1. Oliver Günther Says:

    Tja, Sally, da sind wir Preussen nach 2000a immer noch ganz Römer: „Quod non est in actis, non est in mundo!“. Und damit das auch alles hier funktioniert, haben wir Deutschen gleich „das Haus, das Verrückte produziert“ (Passierschein A38 in „Asterix erobert Rom“) optimiert – man nennt es auch hier „Behörde“. Siehe ergänzend Reinhard Mey, „Antrag auf Erteilung eines Antragformulars“.

    Gut, das hatte jetzt weder was mit Victoria Beckham noch mit „Quereinsteiger“ zu tun, musste aber mal zu Deinem letzten Satz gesagt werden.

    Und: „Quereinsteiger“ ist ja auch ein bisschen so wie „Spätberufener“. Aber das will ich jetzt nicht auch noch zur translatorischen Diskussion stellen.

    Zwinkernde Grüße
    Oliver

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