Be more

Neulich stand ich gut gelaunt und etwas beschwipst (a little tipsy) am Hauptbahnhof in Hannover. Ich dachte nichts könnte die gute Stimmung trüben. In den Straßenbahnen und in einigen Stationen haben wir das sogenannte Fahrgastfernsehen, das uns mit Neuigkeiten aus Hannover und der Welt füttert. Es überbrückt ganz nett die Zeit, bis die nächste Bahn kommt. Samstags lese ich gerne dort die Fußballergebnisse. Ich schweife aber vom Thema ab (I’m digressing again). Plötzlich sagte mein Mann „Dreh dich nicht um, du brichst zusammen!“. Prompt drehte ich mich um – und brach zusammen… Das Fahrgastfernsehen zeigte einen tollen, schön gelegenen Fitnessclub in Hannover. Einige Freunde gehen dahin und berichten viel Gutes über das wunderschöne Ambiente da. Das Fahrgastfernsehen zeigte einen der Slogans des Clubs, der „Be more. Be strong“ lautete. Was soll das bedeuten? Hmm. Auch ich als Muttersprachlerin würde das gern wissen. Gestern war dieser Slogan ein Thema beim Übersetzerstammtisch. Ich hatte gehofft, dass einer meiner Mitstreiter etwas Licht auf die Sache werfen konnte. War das eine Übersetzung aus dem Deutschen? „Sei mehr. Sei stark“ vielleicht? Aber auch sie konnten sich kein Reim daraus machen. Auf Englisch hat „be strong“ tendenziell die Bedeutung „Setz dich hin. Ich werde dich gleich mit einer schockierenden Nachricht konfrontieren“. „Be more“ bedeutet hingegen so nichts wirklich, aber wenn dann eher „sei etwas dicker“ – was bestimmt nicht das Ziel des Fitnessclubs ist. Und außerdem brauche ich dafür kein Geld zu bezahlen, ich weiß von alleine, wie das geht! So bleibt dieser Slogan wenig aussagekräftig und ist wieder mal ein Beweis dafür, dass man sich gut überlegen sollte, was man in die Welt lanciert…

8 Antworten to “Be more”

  1. wasmachtHeli Says:

    Vielleicht hatte die Person, die sich das ausgedacht hatte, so etwas wie „mach mehr aus Dir“ im Kopf? Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren.🙂

  2. barry fay Says:

    @wasmachtHeli – you are exactly right about „Be More“ (= make more of yourself)! „Be more, be strong“ should be immediately understood by a „mother-speaker“, especially a woman. It could easily serve as a women´s lib slogan! „Be strong“ basically harkens back to „have the strength of your convictions“ or „stand up for yourself“ – and of course having a few built up muscles doesn´t hurt in that regard (hence the fitness studio)! BTW – I love the tweek your Engish posts!

  3. Oliver Günther Says:

    Also ich hab’s verstanden. „Sei mehr (als schwach), sei stark.“. Nun liegt das sicher daran, dass a) mein anerkannt schlechtes Englisch gerade für Cocktailpartys in ausländischen Häfen/Hafenkneipen reicht und b) ich den kognitiven Prozess dieses gerade der Uni entschlüpften, deutschen Junior Marketing Managers (hey, Manager ist eigentlich so die Abteilung Schrempp/Ackermann/u.s.w.) einfach umgekehrt habe. Funktioniert prima! Man darf es nur keinem/r Engländer/in in die Hand geben – klar, dass der – nach dem post weiß ich es jetzt auch – vor Lachen vom Stuhl respektive vom Stadtbahnsitz fällt.

    • Sally Massmann Says:

      Ich plädiere für DEUTSCHE Slogans! Jägermeister und Co. machen das fantastisch. Leute: Deutsch ist auch cool, auch sexy, auch international und wird von allen Generationen hierzulande verstanden. Und Mr O: dein Englisch reicht DOCH für mehr als Häfen/Hafenkneipen!

      • barry fay Says:

        All true except for „international“ – which it isn´t. Hence, English.

      • Sally Massmann Says:

        Don’t know about that. Audi proved with its famous „Vorsprung durch Technik“ slogan that even German could be international (and sexy!)

      • barry fay Says:

        You forgot VW´s „Fahrvergnügen“ in 1991 (and thereafter abandoned further attempts in German). So that makes TWO in 23 years – not exactly a „movement“. And as for the „sexy“ – which you have mentioned twice – I´m at a loss to determine how a language other than French qualifies for that descriptor.

      • Sally Massmann Says:

        I HAD forgotten „Fahrvergnügen“ indeed. Probably because I was up to my eyes in nappies at the time. When I say „sexy“ – my tongue is slightly in my cheek – if you see what I mean! And as to that adjective, it depends on who or what is on the receiving end. I know several people, my son included, who hate the sound of French and find it affected. I grew up with a lot of Russian emigrés who used to recite poetry at parties. As a five year old I understood nothing, but loved the melodious, enticing sound of the language. One of my friends‘ mums used to sing songs in Hindi and that too was beautiful. So I guess it’s a question of what you like. One of my favourite CDs features Rilke poems read by German actors and the German sounds wonderful. But despite my enthusiasm for the language of my adopted country, I do agree that it’s unlikely to be adopted by advertising agencies the world over…

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